Weltklasse im Club

Die Tennis-Bundesliga

Die Tennis-Bundesliga ist die höchste Spielklasse im deutschen Mannschaftstennis der Herren. Sie ist unterteilt in die 1. Bundesliga, die seit 1972 ausgespielt wird, und die 2. Bundesliga (seit 2001).

Die zu Saisonende erstplatzierte Mannschaft der 1. Tennis-Bundesliga ist Deutscher Meister. In den bisherigen 43 Spielzeiten der Tennis-Bundesliga gewannen elf verschiedene Vereine den Meistertitel. Erfolgreichster Verein ist Blau-Weiss Neuss mit zehn Bundesliga-Meisterschaften.

Die Firma Tennis-Point ist der Namensgeber der Tennis-Point-Bundesliga.

Der 1902 in Berlin von Carl August von der Meden gegründete „Deutsche Lawn Tennis Bund“ (später: DTB) führte aufgrund seiner hohen Teilnehmerzahl 1972 die deutsche Tennis-Bundesliga ein. Seinerzeit gab es 15 Landesverbände mit mehr als 800 Vereinen und rund 80.000 Mitgliedern. 2012 hatte der DTB 18 Landesverbände mit 1.586.633 Mitgliedern. Durch Gründung der Bundesliga wollte man die Endrunde übersichtlicher gestalten und das deutsche Tennis populärer machen.

Bereits 1970 stellte der Verband Schleswig-Holstein auf einer Mitgliederversammlung erstmals den Antrag auf Einführung einer Bundesliga, zog diesen aber im Laufe der Sitzung wieder zurück.

In der 1972 schließlich gegründeten Liga wurde zu Beginn mit zehn Vereinen, unterteilt in zwei Gruppen zu je fünf Vereinen, nach den Regeln der ITF gespielt. Qualifiziert waren der Berliner Verbandsmeister von 1971 sowie die drei Vorrundensieger der Deutschen Vereinsmeisterschaft. Die übrigen sechs Vereine wurden in Ausscheidungsspielen zwischen den 13 Vizemeistern der Verbände und den verbliebenen neun Teilnehmern der Vorrunde ermittelt.

Der LTTC Rot-Weiß Berlin wurde 1972 mit einem 7:2-Sieg gegen Schwarz-Weiß Bonn erster deutscher Bundesliga-Meister. Er blieb es auch die nächsten vier Jahre.

Auf der Mitgliederversammlung 1974 entschied man, die Bundesliga auf zwölf Vereine aufzustocken. 1979 wurde die Bundesliga in zwei Gruppen zu je sechs Vereinen aufgeteilt, die jeweils eine Hin- und Rückrunde ausspielten. Die Spielergehälter stiegen analog zur Popularität der Liga, die vom Generalsekretär des Deutschen Tennis-Bundes, Georg Stoves, erstmals als „Liga der dicken Brieftaschen“ bezeichnet wurde.

Aufgrund des Bosman-Urteil von 1996 wurde auch Ausländern mit Wohnsitz in einem EU-Land ein uneingeschränkter Einsatz erlaubt. Seitdem waren Spieler in den Vereinen zu finden, die unter den Besten 25 der Weltrangliste waren, wie beispielsweise der Schwede Magnus Norman für Blau-Weiss Halle und viele andere. Damit einher ging auch die Aufstockung der Meldelisten. Umfassten diese in den 70er Jahren noch acht bis neun Namen, wuchs die Teilnehmerzahl nun enorm. Viele ausländische Spieler waren im Laufe der Bundesliga bei Turnieren engagiert, was immer wieder große Fluktuation in der Mannschaftsmeldung mit sich brachte.

Um dies zu vermeiden, durften seit der Saison 2001 Spieler, die unter den Top-50-Spielern des aktuellen Champions-Race-Rankings waren, nicht mehr eingesetzt werden; zudem wurde die Meldeliste auf 14 Spieler beschränkt. Der Einsatz der Top-Spieler musste natürlich auch bezahlt werden. Dadurch kam es zu enormen Schwierigkeiten der Vereine, was auch zu freiwilligem Verzicht auf die Teilnahme an der Bundesliga führte.

Das führte 1999 zu einer weiteren Reform der Bundesliga. Zunächst wurde nur noch mit elf Teams in einer Gruppe gespielt. Der Tabellenletzte stieg ab, Gruppenerster und Zweiter trugen zwei Endspiele aus. Nach dem freiwilligen Rückzug von drei Vereinen wurde die Liga im Jahr darauf auf zehn Vereine reduziert, mit wiederum zwei Endspielen der beiden Tabellenersten sowie dem Abstieg des Letzten. 2001 kam die nächste Reform mit einer Reduzierung auf neun Klubs. Als Unterbau wurde die 2. Bundesliga geschaffen, die, bis auf 2010 bis 2013, in eine Nord- und eine Südgruppe unterteilt ist. Seit 2005 ist der Tabellenführer der 1. Bundesliga nach dem letzten Spieltag zugleich Deutscher Meister.

Die Bundesliga-Meister bzw. die Deutschen Mannschaftsmeister

RangVereinBundesliga-MeisterschaftenMeisterschaftsjahre
1Blau-Weiss Neuss101983, 1984, 1985, 1986, 1987, 1988, 1989, 1991, 1992, 1994
2TC Amberg am Schanzl61978, 1979, 1980, 1981, 1982, 1998
3Blau-Weiss Halle51995, 2006, 2014, 2015, 2017
TK Kurhaus Lambertz Aachen52008, 2009, 2011, 2012, 2013
TK Grün-Weiss Mannheim51993, 1996, 2005, 2007, 2010
6LTTC Rot-Weisß Berlin51972, 1973, 1974, 1975, 1976
7ETUF Essen41997, 1999, 2000, 2002
8Blau-Weiss Sundern22003, 2004
9Badwerk Gladbacher HTC12016
Dinslakener TG Blau-Weiss12001
Iphitos München11990
HTV Hannover11977