Weltklasse im Club

Zweiter Sieg im zweiten Spiel - nichts für schwache Nerven

Autor: Astrid Wagner

Gibt es eine Reha für Tenniszuschauer? Die braucht man eigentlich nach dem ersten Saison-Heimspiel des fläsh TC Weinheim 1902 gegen den Traditionsclub Tennis Ewige Liebe BW Neuss. Gute Nerven brauchte auch Neuzugang Thomas Fabbiano, der am Vorabend der Begegnung aus Italien angereist kam: Sein Gepäck kam nicht am Frankfurter Flughafen an. Zum Glück waren wenigstens die Schläger im Handgepäck.


Der Nachmittag begann eigentlich ganz entspannt, als Tommy - mit neuen Schuhen ausgerüstet - den Tschechen Vaclav Safranek mit beeindruckendem Spiel klar in zwei Sätzen besiegte. Deutlich spannender machte es da Kapitän Frank Wintermantel. Der hatte es mit einem glänzend aufgelegten Mate Valkusz aus Ungarn zu tun. Man war es von Aachen ja schon fast gewohnt: der Championstiebreak musste in diesem Satz die Entscheidung bringen. Hier war das Match eigentlich schon so gut wie gelaufen, doch Wintermantel wehrte beim Stande von 3:9 Matchball um Matchball ab, glich noch einmal aus - bis ein Netzball des Gegners die Vorentscheidung zum 9:11-Endergebnis brachte.


John Millman sorgte im ersten umkämpften Satz für angespannte Nerven auf den Zuschauerrängen. Dann fand er gegen einen hervorragenden Uladzimir Ignatik das richtige Rezept und brachte das Match in zwei Durchgängen nach Hause. Weinheims Luca Vanni dachte sich wohl, "so wie in Aachen mach ich das heute gleich noch mal". Gegen den Rumänen Adrian Ungur verlor er den ersten Satz - und spielte sich im zweiten in einen Rausch. Auf einmal klappte alles und es hieß 6:1. Und so schien es weiterzugehen: Über 5:2 kam er zu einer 8:4-Führung im Championstiebreak - und lag auf einmal 8:9 zurück. Zwei Matchbälle wehrte er ab, dann war das Netz diesmal auf Weinheimer Seite und mit 12:10 war das 3:1 nach den Einzeln tatsächlich geschafft.


Wer dachte, dass reicht nun an Spannung, der wurde eines Besseren belehrt. Millman/Vanni konnten gegen Ignatik/Safranek nicht wirklich viel ausrichten, verloren in zwei Sätzen. Der Zwischenstand hieß 3:2. Und Fabbiano/Wintermantel? Die kämpften gegen den Wimbledon-Halbfinalisten Frederik Nielsen und Mate Valkusz. Da war von vornherein klar: das wird ein hartes Stück Arbeit. Und wirklich: 4:6, 3:5 - das sah nicht gut aus. Doch mit einem unglaublichen Siegeswillen kämpften sich die beiden Weinheimer zurück, gaben keinen Ball verloren und drehten das Match. 7:6 ging zur Freude der Zuschauer der zweite Satz an Weinheim. Im Championstiebreak war das italienisch-deutsche Duo dann obenauf. 10:5 hieß es am Ende. Mit 4:0 Punkten steht man zumindestens bis Sonntagfrüh erst einmal auf Tabellenplatz 2. Dann geht es nach Gladbach mit Kohlschreiber und Co.