Weltklasse im Club

Ziel gesetzt! Mannheim zählt zu den Favoriten

Autor: Tobias Becker

Kurz vor Saisonbeginn gibt es in der Tennis-Bundesliga mehrere Favoriten. Auch Grün-Weiss Mannheim wird dazu gezählt. GW-Teamchef Gerald Marzenell setzt die Ziele seines Teams.

Wer wird Deutscher Meister 2018? Ab dem kommenden Wochenende jagen die zehn Teams in der stärksten Tennis-Liga der Welt dieser Frage nach. Natürlich gibt es auch in der Tennispoint-Bundesliga Favoriten, zu denen sicher auch der TK Grün-Weiss Mannheim gehört. Teamchef Gerald Marzenell: „Mit unserer Meldeliste wäre es unrealistisch zu sagen, dass wir nicht zu den Top-Teams gehören.“ Aber: In der Tennis-Bundesliga sind Prognosen vorher schwer abzugeben. Marzenell: „Es gehört viel Glück dazu. Letztendlich kommt es auch immer darauf an, wie die eigenen Spieler zur Verfügung stehen.“

Der Turnierverlauf auf der ATP-Tour ist ein entscheidendes Kriterium, Verletzungen ein weiteres. So hat 2017 zum Beispiel Badwerk Gladbacher HTC als damals amtierender Meister plötzlich gegen den Abstieg gespielt – trotz Spielern wie Philipp Kohlschreiber oder dem Spanier Albert Ramos-Vinolas. Grün-Weiss Mannheim hat es in den letzten Jahren geschafft sich beständig unter den Top drei der Liga festzusetzen. In den Jahren 2014 bis 2016 belegten die Kurpfälzer jeweils den dritten Platz, in der vergangenen Saison musste sich das Team um Kapitän Björn Phau nur dem späteren Meister Gerry-Weber-Team BW Halle geschlagen geben.

Marzenell: „Unser Ziel ist auch dieses Jahr ein Platz unter den ersten Vier.“ Liest und hört man die Statements der anderen Top-Teams aus Gladbach, Halle und Krefeld, dann werden Ziele – genauso wie in Mannheim – eher vorsichtig formuliert. Die Favoritenrolle will keiner haben. Marzenell: „Nach den ersten drei, vier Spieltagen wird das dann deutlicher.“ Die Tennispoint-Bundesliga ist dadurch aber auch hochspannend. Es gibt kein Bayern München, trotz Serienmeister wie TK Kurhaus Lambertz Aachen (2008-2013 mit Ausnahme von 2010) oder den Aufsteigern aus Neuss, die zu ihren glorreichen Zeiten von 1983 bis 1989 durchgehend den Titel holten.

Planbar ist es nicht und so rechnen sich immer mehrere Teams Chancen aus. Marzenell: „Die Meisterschaft ist ganz selten früh entschieden. Für Zuschauer und Fans sind so auch die letzten Spieltage noch interessant.“ Dazu führt auch der neu eingeführte Doppel-Spieltag (Samstag/Sonntag) zum Abschluss, der die Saison um eine Woche verkürzt. Für Marzenell ein Gewinn: „Titel und Abstieg werden an einem Wochenende entschieden. Im vergangenen Jahr war der letzte Spieltag für Zuschauer weniger interessant, da alle Entscheidungen schon gefallen waren.“ Die Tennispoint-Bundesliga schickt sich an, nicht nur die beste Liga der Welt, sondern auch eine der spannendsten Ligen zu werden. Gerade weil es vorab keinen klaren Favoriten gibt.

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Foto: HYP Yerlikaya Photography