Weltklasse im Club

Wimbledon: Fabbiano schickt Wawrinka nach Hause

Autor: Astrid Wagner

Thomas "Tommy" Fabbiano, italienischer Neuzugang des fläsh TC Weinheim 1902, sorgte in Wimbledon für eine fautsdicke Überraschung: Er warf den ehemaligen Weltranglisten-Dritten Stan Wawrinka in drei Sätzen aus dem Rennen. Zwar ist der Schweizer in der Weltrangliste durch eine Verletzung zurückgefallen, doch ließ er in der ersten Runde durch einen Sieg über  den Weltranglisten-Sechsten Grigor Dimitrov aufhorchen. Ein Muster ohne Wert war Fabbianos Erfolg also nicht.


Der Italiener war zuvor mit klaren Siegen durch die Qualifikation für das Grand-Slam-Turnier marschiert. In der ersten Hauptfeldrunde schlug er nach ersten Startschwierigkeiten den vor ihm platzierten Inder Yuki Bhambri. Gegen Wawrinka war das Match lange ausgeglichen. Im Tiebreak des ersten Satzes sah der Schweizer bereits wie der sichere Sieger aus - 5:1 und 6:2 lag Wawrinka aussichtsreich vorne. Doch Weinheims "Fabs", wie ihn seine Freunde auch nennen, wehrte Matchball für Matchball ab und gewann den Tiebreak schließlich mit 9:7. 
Der zweite Satz ging mit 6:3 an Fabbiano. Dann wurde es noch einmal richtig spannend: Schnell führte Fabbiano 2:0 und 3:1. Doch Wawrinka kam wieder zurück, glich aus zum 3:3, hatte beim 5:4 einen Satzball, den der Italiener abwehrte. Es stand 5:6 und 40:40 aus Tommys Sicht im dritten Durchgang, als der große Regen kam und das Match auf den Folgetag verlegt werden musste. Würde der Mann aus Apulien dieser nervlichen Belastung standhalten? Er tat es, gewann das Spiel zum 6:6 und den Tiebreak (8:6). "Ich habe sehr gut geschlafen und verspürte keinerlei Druck", so Tommy nach dem Erfolg. Nun wartet in der dritten Runde ein guter Freunde auf ihn, der Grieche Stefanos Tsitsipas, der in Wimbledon an Position 31 gesetzt ist. In der Quali für die French Open hieß der Sieger in drei Sätzen Tsitsipas.


Auf die Frage, wo seine Qualitäten liegen, antwortete Fabbiano: "Was macht mich aus? Der Wille, jeden Tag etwas Neues in mir zu entdecken, der Wille zu trainieren. Heute habe ich entdeckt, dass ich gegen einen Spieler gewinnen kann, der drei Grand Slam Titel gewonnen hat."