Weltklasse im Club

Warum kein Team sagen kann, wer spielt...

Autor: Astrid Wagner

Die meistgestellte Frage in der Tennis-Bundesliga: Wer spielt am Wochenende für die einzelenen Teams? Dabei ist das eine Frage, die keiner genau beantworten kann...

„Wer spielt denn morgen?“ Kaum ist am Spieltag der letzte Matchball bejubelt oder halbwegs verdaut, dann kommt sie schon, die Frage aller Fragen: Wer spielt beim nächsten Mal? Alle wollen das wissen. Die Fans, die Presse, natürlich auch die Gegner. Das geht fast im Minutentakt. Und wissen Sie was? Wir, die hinter den Kulissen organisieren, Hotelzimmer buchen, Abholfahrten vom Flughafen koordinieren, im Auswärts-Restaurant den Tisch rechtzeitig reservieren, Pressemitteilungen herausgeben, die ganz nah an der Mannschaft sind, wissen das auch nicht. Aber natürlich sind wir selbst auch neugierig, wollen ganz genau einschätzen können, wie groß die Chance ist, beim nächsten Mal ein oder zwei Punkte einzufahren.

Einsatz in der Tennis-Bundesliga auch vom Turnierverlauf abhängig

Doch stellen Sie sich vor, es gibt noch ein paar andere Menschen, die unbedingt wissen wollen, ja eigentlich müssen, wer am kommenden Freitag oder Sonntag zum Schläger greifen wird: das sind die Teamchefs und die Trainer. Aber die rätseln am Sonntag nach den Matches in der Regel selbst noch. Aber das wissen viele, die fragen „Wer spielt?“ einfach nicht. Und wenn dann keine Antwort kommt oder ein „keine Ahnung“, dann sind sie sauer. Oder beleidigt. Oder beides. Und natürlich möchte man auch nicht, dass der Gegner schon viele Tage vor der Begegnung weiß, ob er bei der Zusammensetzung der Mannschaft noch eine Schippe drauflegen muss. Doch wir haben eins gelernt: Fragen ist am Anfang einer neuen Woche ziemlich sinnlos. Und so beginnt das Stieren auf die Handy Apps oder die ATP-Seite. Wer spielt wo Turnier? Wie ist die Auslosung? Gewinnt er? Verliert er? Spielt er auch noch Doppel? Verletzt sich etwa jemand? Man weiß es einfach nicht. Auch die Spieler selbst nicht.

DAS macht die Tennis-Bundesliga so spannend

Da plant man einen ein – und der muss den Schlagarm schonen. Der andere gewinnt als Ungesetzter Runde für Runde und steht auf einmal am Sonntag irgendwo im Finale und deswegen eben nicht auf dem Centercourt seines Vereins. Oder aber ein Flug fällt aus, ein Flugzeug dreht am Himmel Warteschleife für Warteschleife, das Gepäck kommt nicht an. Normale Härte. Manchmal wünschen wir sie uns schon, die Kristallkugel, die uns verrät, wer am Freitag nun eigentlich spielt und wer am Sonntag. Aber sind wir mal ehrlich: Genau das macht die Tennis Bundesliga ja auch so spannend. Auf dem Papier stehen Favorit oder Underdog meist ganz schnell fest. Aber dann könnte man Meister und Absteiger ja auch ganz einfach zu Beginn der Saison bestimmen, rein nach den Weltranglistenpositionen der Spieler.

Kommt die erlösende Nachricht - oder nicht?

Doch wie hat es Otto Rehagel mal formuliert? „Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“ Der Ball ist eben rund, auch beim Tennis. Also zittern wir weiter mit unseren Jungs, drücken die Daumen und freuen uns wie Bolle, wenn sie auf Turnieren erfolgreich sind oder schon vorzeitig in die USA reisen, weil sie bei den US Open jede Menge Punkte zu verteidigen haben. Auch wenn das bedeutet, sie schlagen nicht für uns auf und uns allen das ein oder andere graue Haar wächst. Genauso freuen wir uns, wenn die erlösende Nachricht kommt „Ja, ich bin bereit für den nächsten Spieltag!“ Also: Wer am Freitag und am Sonntag spielt? Kollektives Schulterzucken: Wir alle wissen das nämlich auch noch nicht.