Weltklasse im Club

Von Paderborn über Aachen ins Sepp Herberger’sche Weinheim

Autor: Frank Hofen

„Das nächste Spiel ist immer das schwerste“, so die Binsenweisheit des legendären Sepp Herberger. Das trifft zweifelsohne auch auf das Team Hämmerling TuS Sennelager im Hinblick auf das anstehende Wochenende mit dem Doppelspieltag zu. Am Freitag haben die Paderborner beim Mitaufsteiger Blau-Weiß in der alten Kaiserstadt Aachen anzutreten. Von dort aus geht die Reise der Ostwestfalen in die Heimatstadt des am 28. April 1977 verstorbenen Trainers der ruhmreichen WM-Fußball-Nationalmannschaft von 1954.

Der am 28. März 1897 geborene spätere Reichs- und Bundestrainer hat die Grundschule Sachsenhausen in Weinheim besucht und folge dessen trägt diese Schule und das Fußballstadion seinen Namen. Allerdings werden Teamchef Marc Renner & Co. keine Zeit dafür haben, sich mit Historischem in Aachen oder mit Zeitgeschichte in Weinheim zu beschäftigen.

BW Aachen hat die Rote Laterne von Sennelager übernommen - man kennt sich noch aus der letztjährigen Zweitliga-Saison.

„Das Einzige was uns interessiert; wir brauchen Punkte“, so Marc Renner, „und ich gehe davon aus, dass an diesem Wochenende alles aufgeboten wird, was Rang und Namen hat.“ Dies gilt sowohl für den Tabellenletzten Blau-Weiß Aachen, als auch zwei Tage später beim Gastgeber fläsh TC Weinheim. Während Sennelager bis dato mit Frederico Ferreira Silva (ATP 298), Dragos Dima (ATP 327), Ivan Gakhov (ATP 365) und David Pel, mit denen in der letztjährigen Zweitliga-Saison ein 8:1 Erfolg gegen Aachen erspielt wurde, noch vier Spieler im aktuellen Aufgebot stehen, haben die Blau-Weißen ihr Team runderneuert. Namentlich sind dies der topgesetzte Inder Prajnesh Gunneswaran (ATP 88), die beiden Niederländer Thiemo de Bakker (war bereits als Nummer 40 der Weltrangliste) und Tallon Griekspoor, sowie der Russe Aslan Karatsev. Besonders spannend wird es auch deshalb am Freitag, weil Sennelager (1:7 Punkte) mit dem Punktgewinn gegen Krefeld die rote Laterne an eben den Blau-Weiß Aachen (0:8 Punkte) weitergereicht hat.

Weinheim hat weltranglistenmäßig die Nase vorn - Sennelager will aber mit Kovalik, Vatutin, Rinderknech und Dima dagegen halten.

Bereits drei Pluspunkte haben die Weinheimer als Tabellenachter auf Ihrem Konto und vom spielerischen Potential her hat der älteste Tennisverein an der Bergstraße Spitzenkräfte in seinen Reihen. Dazu zählen der hochtalentierte 20-jährige Norweger Casper Ruud (ATP 69) oder der zehn Jahre ältere Italiener Thomas Fabbiano (ATP 90) genauso wie dessen Landsmann Olivo Renzo (ATP 78). ATP-Ranking 99 hatte der 27-jährige Deutsche Yannick Hanfmann inne und Luca Vanni (Italien) wurde auf Platz 100 der Welt notiert. Diese Namen sind alleine von der nominellen Weltranglistenplatzierung her dem personellen Aufgebot vom Team Hämmerling deutlich überlegen. Die wiederum bestreiten die beiden Auswärtsbegegnungen mit dem Slowaken Jozef Kovalik (ATP 186), Alexey Vatutin (ATP 201/Russland), Arthur Rinderknech (ATP 356/Frankreich), Dragos Dima (Rumänien) und dem in den USA studierenden 22-jährigen Polen Jan Zielinski.

 

Bildzeile: Nach seinem Studium an der University in Texas und dem erfolgten Business-Abschluss startete der 23-jährige Franzose Arthur Rinderknech vor zwölf Monaten seine Profikarriere und ist im Team Hämmerling TuS Sennelager ungeschlagen. © Agentur Klick