Weltklasse im Club

TV Reutlingen vor Schicksalsspiel - Berrettini in Topform

Autor: Andreas Stephan

„Neuss wird sicherlich das vorentscheidende Duell für uns.“ Rainer Renz, Teamchef des Bundesligateams des Tennisverein Reutlingen, ist sich der Wichtigkeit des kommenden Auswärtsspieles gegen Tennis Ewige Liebe BW Neuss bewusst. Schon vor der Saison hatte er Neuss als eines der drei Teams genannt, die der TVR realistisch betrachtet schlagen könne. Nachdem gegen das andere schlagbare Team TK Kurhaus Lambertz Aachen nur ein Unentschieden zu holen war, ist ein Sieg am kommenden Sonntag gegen Neuss umso wichtiger. Das Team, dem der Befreiungsschlag gelingen soll, wird sich aus dem altbekannten Stamm zusammensetzen. „Michael Berrer wird wieder von der Partie sein, sowie auf jeden Fall einer der zwei Italiener, die bisher bei uns aufgelaufen sind.“ Die Rede ist von Andrea Arnaboldi und Lorenzo Giustino. Wer die anderen Plätze im Team besetzt, ist noch nicht ganz klar. „Wie jedes Wochenende ist die endgültige Planung etwas schwierig“, meinte Renz. Bestes Beispiel ist Reutlingens Spitzenspieler Matteo Berrettini. „Mit seiner Verpflichtung haben wir das richtige Näschen gehabt“, sagte Renz. „Der Junge ist momentan in einer Topverfassung und spielt sich rasant in der Weltrangliste nach oben.“ Letzte Woche gelang Berrettini in Gstaad sogar sein erster Turniersieg auf der ATP-Tour. Auf dem Weg zu seinem bisher größten Erfolg besiegte er niemand geringeres als Feliciano Lopez und im Finale Roberto Bautista Agut. Aber nicht nur im Einzel war er erfolgreich, auch im Doppel gewann er das Turnier an der Seite von Daniele Bracciali. Momentan setzt er seinen Lauf in Kitzbühel fort. In der ersten Runde bezwang er gleich den an Position fünf gesetzten Gilles Simon. Renz freut sich zwar über den Erfolg seines Spielers, weiß aber um die Kehrseite der Medaille. „Wir haben da einen super Spieler verpflichtet – der aber leider aufgrund seiner Erfolge noch nicht bei uns auflaufen konnte.“ In der nächsten Runde von Kitzbühel heißt sein Gegner Radu Albot. Der stellte für Berrettini auch in Gstaad kein großes Problem dar. Es sieht also so aus, als müsste der TV Reutlingen auch weiterhin seinem Spitzenspieler aus der Ferne die Daumen drücken und ohne ihn um den Klassenerhalt kämpfen.