Weltklasse im Club

Team Hämmerling ohne Chance in Mannheim

Autor: Frank Hofen

Nach der Heimniederlage gegen Badwerk Gladbacher HTC stand für das Team Hämmerling TuS Sennelager die Reise in die Kurpfalz an und die Ostwestfalen gaben sich keinerlei Illusionen hin. Sie sollten Recht behalten.

Engagiert aufgespielt

Mannheim. „Mit dem Aufgebot sind wir nur krasser Außenseiter“; so Teamchef Marc Renner, der nach den vier Einzeln trotzdem zufrieden war: „Ich kann unseren Jungs nur ein großes Kompliment machen, sie haben sich spielerisch bestens präsentiert.“ So gab es zumindest zum Ende hin noch eine kleine Belohnung für ihre Bemühungen: Daniel Cukierman/Daniel de Jonge besiegten das höher eingeschätzte spielstarke Mannheimer Duo Julian Lenz mit dem Grand-Slam-Sieger Kevin Krawietz mit 6:7(4), 6:4, 10:6 und holte den Ehrenpunkt. Summa summarum bedeutete dies jedoch ein 1:5 vor 1.100 Zuschauern bei Grün-Weiss Mannheim.



Alleine auf Grund der ATP-Ranglistenpositionen hatten die Gastgeber Topleute aufgeboten, die internationales Spitzentennis verkörpern. Dies gilt ebenso für den 27-jährigen Dominik Köpfer (ATP 62) wie für den Spanier Pedro Martinez Portero (ATP 107). Nur der 1.302. Platz im ATP-Ranking für den 30-jährigen Wiener Gerald Melzer. Der war vor seiner einjährigen Operationspause Nummer 68 der Welt und ist inzwischen ein >Comebacker<. Die Nummer vier der Mannheimer, der 28-jährige Julian Lenz, hat derzeit mit Platz 168 seine weltweit beste Platzierung inne. Gleichwohl gingen auf Seiten Hämmerlings Jonas Forejtek (ATP 314), Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 461), Daniel Cukierman (ATP 805) und erstmals Daniel de Jonge (ATP 1156) unbekümmert ihre sportlichen Herausforderungen an.



Sieht man einmal von dem Deutsch-Niederländer de Jonge ab, der eine glatte Zweisatzniederlage gegen Julian Lenz hinnehmen musste, bot das übrige Trio eine phasenweise ausgeglichene Leistung. Auch die beiden Franzosen spielten stark auf, insbesondere der erstmals im Einzel aufgebotene 21-jährige Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 461). Sein Match gegen den aus Valencia stammenden Pedro Martinez Portero, vor geraumer Zeit noch Rang 82 der Welt, war ausgeglichen; bis in den Match-Tiebreak. Nun bestimmte der spanische Sandplatzspezialist das Geschehen und steuerte den dritten Punkt hinzu. Daniel Cukierman (ATP 805) war gegen Melzer ein gleichwertiger Akteur. Doch ein Routinier wie der Österreicher spielte im Tiebreak sein ganzes Repertoire aus und stellte somit das Signal auf Sieg für den Titelverteidiger.



Bildzeile: Die frühere Nummer eins der ITF-Junioren-Weltrangliste, der 20-jährige Jonas Forejtek, deutete gegen Dominik Köpfer sein spielerisches Potential an. © Ralf Meier