Weltklasse im Club

Team Hämmerling: noch ein Sieg zum Klassenerhalt

Autor: Frank Hofen

„Die halbe Miete ist geschafft“, sagt Ralf Hämmerling, Namens- und Hauptsponsor, „denn nun können wir es selber schaffen und sind von keiner anderen Mannschaft mehr abhängig. Noch ein Sieg und wir bleiben drin.“ Glückwünsche zum Klassenerhalt werden derzeit in Sennelager aber noch nicht entgegengenommen, vielmehr analysieren sie dort die erste Zeit ihres Dabeiseins. Und diese Bilanz fällt überaus positiv aus.

 

Sennelager Erstliga-Reifeprüfung mit zwei Auswärtssiegen

Es herrscht derzeit eitel Sonnenschein in Paderborn, aus unterschiedlichen Gründen. Die Bischofsstadt in Ostwestfalen feiert mit seinem historischen Flair Libori, ein noch bis zum 04. August andauerndes Kirchen- und Volksfest. In der selbstbenannten Sportstadt bestimmten derzeit aber zwei Aufstiegs-Mannschaften die Schlagzeilen in Paderborn. Das ist der Fußball-Bundesligist SC Paderborn, der nach dem 3:3 gegen Athletic Bilbao sich am Samstag (03. August) gegen den mehrfachen italienischen Meister Lazio Rom beweisen will. Bereits eine aktuelle Standortbestimmung liegt beim Aufsteiger und Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager vor. Die Mannschaft um Teammanager Marc Renner hat am vergangenen Wochenende mit den beiden Auswärtssiegen sozusagen die Reifeprüfung abgelegt und die sportliche Wertschätzung dieser Erfolge verdeutlicht gegenwärtig die Tabelle. Seit dem 28. Juli hat der 53. Erstligadebütant in der Historie der Bundesliga mit 5:7 Punkten die Position des Tabellensechsten inne.



"Hämmerlinger" können am Sonntag in Großhesselohe Klassenerhalt sichern

„Die halbe Miete ist geschafft“, sagt Ralf Hämmerling, Namens- und Hauptsponsor, „denn nun können wir es selber schaffen und sind von keiner anderen Mannschaft mehr abhängig. Noch ein Sieg und wir bleiben drin.“ Umgesetzt werden könnte dieses Vorhaben bereits am kommenden Sonntag, wenn die >Hämmerlinger< im Münchner Vorort TC Großhesselohe anzutreten haben. Wer von der personellen Besetzung her die Ostwestfalen am Sonntagvormittag ab 11.00 Uhr in Großhesselohe empfangen wird, ist noch offen. Es ist das bekannte Spiel, man will die Karten noch nicht aufdecken! In diesem Zusammenhang hat Olaf Merkel eine wesentlich nüchternere Einstellung zu dieser Strategie. „Nur weil Sennelager Aufsteiger ist und keine namhaften Spieler hat, sind sie für mich nicht der Nobody der Liga“, sagt Krefelds Teamchef, „und für mich ist auf Grund der Ausgeglichenheit jeder Spieltag offen.“ Als Beweis führt der 66-jährige Krefelder Tennistrainer die Begegnung seines Teams in Paderborn an: „Wir hätten dort auch verlieren können.“

 

Neuling erntet Respekt von allen Seiten

Demzufolge ist die jeweilige Formation für den Spieltag auch so etwas wie eine Lotterie, sozusagen ein Va-Banque-Spiel. „Das ist der Unterschied zur zweiten Liga“, meint Weinheims Teamchef Frank Wintermantel, „denn da hat man eine bestimmte Kadergröße zusammen. In der ersten Liga muss man sehen, dass man überhaupt vier Leute zusammenbekommt.“ Angesprochen auf Sennelager meint Wintermantel: „Die spielen besser, als sie in den Ranglisten platziert sind.“ Dieser Ansicht ist auch Henrik Schmidt (Badwerk Gladbacher HTC), der den Aufsteiger als eine engagierte Truppe bezeichnet: „Sie verhalten sich sportlich sehr fair und das Auftreten ist sympathisch.“ Egal wie letztlich die Saison für den Neuling ausgehen wird, Gerald Marzenell, Teamchef beim siebenfachen Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim, sieht das so: „Sennelager hat eine sehr homogene Mannschaft und ist eine Bereicherung für die Liga.“

 

"Wollen Weltklassetennis in Paderborn kontinuierlich weiterentwickeln"

Trotz des Zuspruchs werden Glückwünsche zum Klassenerhalt derzeit in Sennelager nicht entgegengenommen, vielmehr analysieren sie die erste Zeit ihres Dabeiseins. „Der Publikumszuspruch ist großartige“, sagt Marc Renner, „denn wenn zum Saisonauftakt nur etwa 400 gekommen wären, hätte man sich ernsthaft Gedanken zur 1. Liga machen müssen. So aber zeigen die mehr als 3.000 Besucher bei drei Heimspielen einen positiven Trend auf.“ Diesen positive Entwicklung sieht auch Ralf Hämmerling: „Wir haben sowohl von der Politik als auch von unseren Sponsoren nur Zuspruch bekommen. Sie sind alle überrascht von unseren Leistungen und bescheinigen uns, dass wir alles richtig gemacht haben. Das zeigt aber auch auf, dass man mit einem kleinen Etat große Dinge bewirken kann. Je nach weiterem Ligaverlauf werden wir bereits in den nächsten Wochen die perspektivische Entwicklung für das nächste Tennisjahr angehen. Schließlich lässt sich Weltklassetennis in Paderborn gut vermarkten, so dass wir uns in den kommenden Jahren kontinuierlich weiterentwickeln können.“

 

Foto: Das Team Hämmerling TuS Sennelager, hier stellvertretend mit (von links) Marius Kur (Coach), Marc Renner (Teamchef), Jan Zielinski und Dragos Dima, wird in der Tennis-Bundesliga als sympathische und faire Mannschaft bezeichnet. © Agentur Klick