Weltklasse im Club

Sennelagers Teamchef Marc Renner: Konnten teilweise spielerisch mithalten

Autor: Frank Hofen

Der Aufsteiger Team Hämmerling TuS Sennelager hat am vergangenen Sonntag den ersten Punkt gegen BW Timberland Finance Krefeld geholt und die Rote Laterne an Blau-Weiß Aachen weiter gereicht. Dort treten die Ostwestfalen am Freitag an und am Sonntag bei fläsh TC Weinheim. Im nachfolgenden Interview stellt Teamchef Marc Renner u.a. fest, "dass wir spielerisch teilweise gut mithalten konnten, es fehlte aber oft das Quäntchen Glück".

  

? Herzlichen Glückwunsch, Sie sind nicht mehr Tabellenletzter. Macht die Tennis-Bundesliga jetzt eigentlich mehr Spaß.

Marc Renner: Absolut. Das war aber auch in den ersten Spielen so, nur nach der letzten Begegnung noch mehr. Wir haben mit drei Heimspielen tolle Events gehabt und unseren Zuschauern hervorragenden Tennissport geboten. Sportlich gesehen ist die erste Tennis-Point-Bundesliga allerdings noch einmal ein riesiger Unterschied zur zweiten Liga. Von daher ist es großartig, dass wir dabei sind.

 

? Nach dem geglückten Punktgewinn sind Sie jetzt Tabellenvorletzter. Beginnt nun die eigentliche Herausforderung.

Marc Renner: Gegen Krefeld wurden wir nun endlich auch vom Ergebnis her belohnt. Wobei sicherlich auch ein Sieg möglich gewesen wäre. Leider fehlte uns in den Begegnungen gegen Mannheim und Gladbach das Quäntchen Glück, um auch gegen große Teams zu punkten. Ja, jetzt beginnt der wichtige Teil der Saison, gegen Mannschaften, gegen die wir mehr holen wollen. Allerdings sind wir auch keine Träumer. Wir wussten immer, dass es schwer für uns wird und wir nur der krasse Außenseiter sind. In der Liga zu bleiben ist sehr gering, aber durchaus möglich.

 

? Man kann man Ihrer Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Gleichwohl waren einige aber spielerisch überfordert.

Marc Renner: Das sehe ich etwas anders. An den ersten beiden Spieltagen konnten alle spielerisch durchaus mithalten. Leider fehlte uns hier und da ein wenig das Glück, oder auch ein Ticken mehr Erfahrung. Natürlich gibt es Qualitätsunterschiede, sonst würden die gegnerischen Spieler ja auch nicht in der Weltrangliste teilweise bis zu 200 Plätze höher stehen als unsere.

 

? Erfreulich ist, dass fast immer 1.000 Zuschauern bei den Heimspielen da waren. War damit zu rechnen.

Marc Renner: In der Tat. Darüber freuen wir uns sehr. Es zeigt auf, dass in und um Paderborn großes Interesse am Tennissport besteht. Trotz der Sommerferien war die Anlage auch am letzten Spieltag sehr gut besucht. Ich glaube zudem, da wir zu den Heimspielen auch immer andere Sportler zu Talkrunden und Autogrammstunden einladen, wie zuletzt die SCP-Fußballer, macht das alles zusammen für die Besucher zu einem erlebnisreichen Sporttag.

 

? Im Duell gegen den Abstieg helfen nur Siege weiter. Ist das möglich.

Marc Renner: Die Spieler glauben an die Chance. Sie wissen natürlich, dass es verdammt schwierig sein wird. Aber alle werden motiviert sein und ihr Bestes geben. Wir glauben an die Mannschaft, da ihr Charakter auch in den vergangenen Jahren der Schlüssel zum Erfolg war.

 

? Einige Ihrer Spitzenleute fehlten. Steht Ihnen ab jetzt die beste Formation zur Verfügung.

Marc Renner: Nein. Spieler wie Antoine Hoang oder Norbert Gombos stehen unmittelbar davor, in die Top 100 der Weltrangliste aufzurücken bzw. zurückzukehren. Da ist es verständlich, dass sie ihren Schwerpunkt auf die Turniere legen. Zudem wird Jozef Kovalik auch bald seine Hartplatzsaison in den USA starten wollen.

 

? Sie sind vom Klassenerhalt überzeugt, Ralf Hämmerling auch. Wie beurteilt die Mannschaft die Situation.

Marc Renner: Wir haben einen enormen Teamspirit, der uns schon in der Vergangenheit ausgezeichnet hat. Zwar spielte ein Großteil der Mannschaft schon im letzten Jahr für uns, aber noch nicht in der ersten Liga. Und selbst für unserer Neuzugänge, nur Kovalik und Gombos haben Bundesliga-Vergangenheit, ist für sie sportliches Neuland. Alle wussten aber, dass sie über sich hinaus wachsen müssen, wenn der Ligaverbleib realisiert werden soll. Gemeinsam werden wir das auch schaffen. Ich bin davon überzeugt, dass wir nach sieben Aufstiegen in sieben Jahren nun ein neues Erfolgskapitel schreiben werden.

 


Kurzportrait Marc Renner

Alter:                                                 34 Jahre
geboren in:                                       Osnabrück
Status:                                               Verheiratet
Kinder:                                               zwei
Beruf:                                                 Lehrer
Bundesliga-Funktion:                      Teamchef
Aktueller Verein:                              TuS Sennelager
Frühere Vereine:                              TC VfL Osnabrück, TuS Nahne
Funktion im Verein:                         Sportwart
Spiele in welcher Mannschaft:      Im Moment in keiner. Gemeldet für die 3. Herren
Sportliche Erfolge:                           ATP Doppel-Weltrangliste Platz 1.400
Hobbys:                                             Tennis, Ski, Fußball, Lesen
Entspanne mich am besten bei…  Musik hören
Lebensphilosophie:                          Entweder ganz oder gar nicht

 


 

Bildzeile: Dieses Duo, Ralf Hämmerling (links) und Teamchef Marc Renner, ist davon überzeugt, dass das Team Hämmerling TuS Sennelager den Klassenerhalt in der 1. Tennis-Point Bundesliga schafft. © Agentur Klick