Weltklasse im Club

Saisonende mit Niederlagen für das Team Hämmerling

Autor: Frank Hofen

Am 16. Juli stand der dritte Spieltag zwischen dem Team Hämmerling TuS Sennelager und dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss an. Die Ostwestfalen siegten 6:0 - und auf beiden Seiten dachte zum damaligen Zeitpunkt niemand an Abstieg.

Nach 1:5 gegen Neuss noch ein 0:6 in Düsseldorf

Rund vier Wochen später ist der für beide Mannschaften aber zur bitteren Realität geworden. Für die Paderborner stand der Abstieg nach zweijähriger Zugehörigkeit bereits vor der Reise am letzten Spieltag zum Rochusclub Düsseldorf fest. Sie hatten am 8. Spieltag bereits auf eigener Anlage mit 1:5 gegen Tennis Ewige Liebe BW Neuss verloren und somit als Tabellenletzter keine Chance mehr auf Klassenerhalt.

„Wenn es noch um etwas gegangen wäre, hätten wir sie dabei gehabt“, so Teamchef Marc Renner, der demzufolge auf Jozef Kovalik (ATP 126), Gian Marco Moroni (ATP 229) und Jonas Forejtek (ATP 318), verzichtete. So setzte sich das Quartett aus Kacper Zuk (ATP 168), Daniel Cukierman (ATP 752), Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) und David Pel für die Partie beim Tabellen-Achten in der NRW-Landeshauptstadt zusammen. Allerdings musste zum Erstligaabschied dann auch noch eine deutliche 0:6 Niederlage auf der Anlage am Grafenberger Wald hingenommen werden. Mit diesem Sieg wiederum kamen die Düsseldorfer noch mit 7:11 Punkten auf den 6. Tabellenplatz, vor den punktgleichen Kurhaus Lambertz Aachen, Blau-Weiss Krefeld und dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Die Domstädter hatten wiederum das schlechtere Matchverhältnisses und müdsen als Tabellen-Neunter ebenfalls absteigen.

Da der Gastgeber vom Rolander Weg ebenfalls in Abstiegsnöten schwebte, traten sie mit routinierten und erfahrenen Profis an, die vor geraumer Zeit allesamt in ATP-Ranking-Sphären um die Positionen 30 bis 70 schwebten. So war es mehr oder weniger auch nicht überraschend, dass an den Positionen zwei und vier für die Paderborner nichts zu holen war. Dar 26-jährige Franzose Daniel Cukierman (ATP 753) verlor deutlich mit 2:6, 2:6 gegen den zwei Jahre älteren Spanier Roberto Carballes Baena – einst die Nummer 72 der Tenniswelt – und an vier bemühte sich der Niederländer David Pel um ein gutes Resultat. Dies gelang dem 30-Jährigen halbwegs im ersten Satz, obwohl er im Tiebreak unterlag. Im zweiten Durchgang waren allerdings die Körner verbraucht und der zehn Jahre jüngere Henri Squire (ATP 1223) steuerte mit einem 7:6(2), 6:2 Sieg den zweiten Punkt für den Rochusclub bei.

Die zweite Einzelrunde hätte durchaus zu einer Resultats-Verbesserung führen können, denn sowohl Hämmerlings Nummer eins, der 22-jähirge Kacper Zuk, als auch sein polnischer Landsmann, Jan Zielinski, waren ihren Kontrahenten gleichwertig. Beide Partien begannen mit jeweils einem Satz für die Gäste: Der Pole Zuk gewann mit 6:4 gegen den 13 Jahre älteren Pablo Andujar-Alba (ATP 74) und Zielinski buchte mit dem gleichen Resultat den Durchgang gegen Teymuranz Gabashvili (ATP 267). Mit zunehmendem Matchverlauf schlug das Pendel für Gabashvili aus, der zum Satzausgleich kam. Im Matchtiebreak wiederholte sich dann das, was den Hämmerling-Profi vielfach bescheinigte wurde: Im entscheidenden Durchgang waren sie gleichwertig, doch das Quäntchen Potential zum Sieg fehlte ihnen fast immer. Mit 4:6, 6:4, 10:8 wurde das zwischenzeitliche 3:0 notiert.

Der aus Valencia stammende Anduja-Alba, der in seiner Vita vier ATP Tour-Titelgewinne aufzuweisen hat, war im Duell gegen Kacper Zuk der Erfahrenere auf der roten Asche. Bescheinigen muss man dem jungen Polen seinen unbedingten Willen, das Match zu gewinnen. Aber vergebens. Mit einem 4:6, 7:6(5), 10:6 Sieg des gebürtigen Russen war das Rochusclub-Team zum vorzeitigen Gesamtsieg gekommen und konnte somit noch den Abstieg verhindern. „Wir werden unsere Situation jetzt erst einmal aufarbeiten und überlegen, was wir fortan machen“, sagt Hauptsponsor Ralf Hämmerling, „denn es hat sich auch heute wieder einmal gezeigt, dass wir eine halbwegs gute Mannschaft haben. Uns fehlten aber hier und da vorne die Spieler, die die gegenwärtige Situation hätten verhindern können. Wie schon mehrfach gesagt, dass alles zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Und die gilt es jetzt zu analysieren“ 

Bildzeile: Sie hatten sich für die beiden letzten Spieltage so viel vorgenommen, doch am Saisonende stand für (von links) Jozef Kovalik, Coach Marius Kur, David Pel, Kacper Zuk, Gian Marco Moroni und Teamchef Marc Renner vom Team Hämmerling TuS Sennelager der Abstieg aus der 1. Tennis-Point Bundesliga fest. © Ralf Meier