Weltklasse im Club

Nächster Schritt zum Titelgewinn für Mannheim

Autor: Tobias Becker

Bei knapp über 30 Grad war am siebten Spieltag Badwerk Gladbacher HTC zu Gast am Mannheimer Neckarplatt. Die Partie hielt, was sie vorab versprach: Ein hochklassiges Duell zwischen dem aktuellen Tabellenführer der Tennispoint-Bundesliga und dem Deutschen Meister 2016.

Wer dachte, dass gegen Ende der Saison die Top-Spieler fehlen würden, irrte. Bei den Rheinländern schlug mit Jiri Vesely ein Top 100-Spieler der ATP-Weltrangliste auf, der TK Grün-Weiss Mannheim spielte gleich mit drei von der Sorte: Maximilian Marterer, Federico Delbonis und Radu Albot. “Wir wollen Deutscher Meister werden. Da müssen wir so stark spielen, wie es uns möglich ist”, betonte Grün-Weiss-Teamchef Gerald Marzenell vor der Partie. Klar, bei drei verbleibenden Spieltagen und vier Punkten Vorsprung - die Mannheimer sind auf dem besten Weg zum Titel, Gladbach sollte diese Mission nicht unterbrechen.

Und es kam wie so oft in dieser Saison: Grün-Weiss Mannheim führte bereits nach den Einzeln mit 4:0. Nachdem Marterer bei seinem vorerst letzten Einsatz in der Quadratestadt den Tschechen Vesely, der ebenfalls schon für Mannheim aufschlug, in zwei Sätzen vom Center Court schickte (6:2, 6:4), musste sich Tobias Kamke auf dem Nebenplatz schon strecken. Gegen den 20-jährigen Tim Sandkaulen ging es nach 7:6, 1:6 in den Match-Tie-Break. “Tim hat richtig stark gespielt”, staunte auch Marzenell. Letztendlich reichte es für den Gladbacher aber nicht - Sieg Kamke (10:6).

In der zweiten Einzelrunde ließ der Tabellenerste nichts anbrennen und unterstrich erneut die Titel-Ambitionen. Zunächst setzte sich der Argentinier Delbonis glatt in zwei Sätzen gegen Gladbachs kasachischen Davis Cup-Spieler Alexandr Nedovyesov durch (6:0, 6:4). Marzenell: “Federico ist einfach ein klasse Spieler. Er hat in allen Spielen diese Saison gezeigt, was in ihm steckt.” Anschließend fuhr Radu Albot den endgültigen Sieg ein. Gegen den Wimbledon-Halbfinalisten im Doppel von 2017 und 2018 Franko Skugor zeigte Albot ein ums andere Mal wie flink er auf den Beinen ist und dass er um jeden Ball fightet. Das verdiente Ergebnis: 6:2, 6:4. In den Doppeln mussten sich dann die Mannheimer Duos Albot/Kern und Beck/Melzer den Gäste-Paarungen Vesely/Jebavy und Nedovyesov/Skugor geschlagen geben, die das Ergebnis in der Höhe zurecht korrigierten.

Während der TK Grün-Weiss Mannheim nach dem 4:2-Sieg weiter unangefochten an der Spitze der Tabelle steht und mit einem angenehmen Polster in den letzten Doppelspieltag (in Krefeld und zu Hause gegen Köln) reist, muss der Badwerk Gladbacher HTC noch ein wenig zittern. Denn für das Team aus dem Rheinland warten mit Aachen und Düsseldorf zwei schwere Partien, in denen zumindest ein Punkt geholt werden sollte, um den Klassenerhalt zu sichern. Nach der Leistung in Mannheim braucht sich Gladbach am Ende der Saison aber nirgends zu verstecken.

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Foto: HYP Yerlikaya Photography