Weltklasse im Club

Mannheim empfängt den Deutschen Meister 2016

Autor: Tobias Becker

Es liegt etwas in der Luft. Etwas Großes. Am Neckarplatt riecht es nach Meistertitel. Der TK Grün-Weiss Mannheim hat nach dem 5:1-Auswärtssieg bei Kurhaus Lambertz Aachen und dem gleichzeitigen Punktverlust Krefelds nun drei Punkte Vorsprung im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Aber: Es sind noch drei Spieltage und jetzt kommt der Deutsche Meister 2016 nach Mannheim: Badwerk Gladbacher HTC.

Am Sonntag ab 11 Uhr gilt es für die Jungs von Teamchef Gerald Marzenell. “Das wird ein richtig schweres Match”, schätzt Marzenell. Gladbach steht aktuell auf dem sechsten Rang, spielte bislang aber eine etwas unglückliche Saison. “Sie haben absolute Topstars mit Philipp Kohlschreiber (GER, ATP 29), Marton Fucsovics (HUN, ATP 52) und Albert Ramos-Viñolas (ESP, ATP 39) und sind sogar mit allen drei aufgelaufen. Aber: Die Bundesliga hat ihre eigenen Gesetze,” verweist Marzenell auf die Punktverluste der Gladbacher. Die drei Spitzenspieler werden dem Team aus Nordrhein-Westfalen fehlen, die Spieler, die in der Meldeliste folgen, sind jedoch keinen Deut schlechter.

“Jiri Vesely beispielsweise stand auch schon für uns auf dem Platz”, so Marzenell. Der sympathische Tscheche (ATP 71), der fließend Deutsch spricht und in Heilbronn beim ATP Challenger im Finale stand, ist eine Option der Gladbacher. Guillermo Garcia-Lopez (ESP, ATP 89) und Rogério Dutra Silva (BRA, ATP 146) sind weitere potenzielle Gegner des Tabellenführers. “Gladbach ist am Wochenende eine Wundertüte. Sie können sehr stark antreten”, meint Marzenell, der aber ebenfalls ein Team ins Rennen schicken wird, das sich nicht verstecken braucht. So wird Maximilian Marterer sein viertes Spiel in dieser Saison absolvieren. “Maxi hilft uns extrem weiter. Er ist ein Topspieler und dazu menschlich ein absoluter Gewinn für die Mannschaft. Ich freue mich, dass er nochmal für uns spielt, bevor er in die Staaten fliegt”, freut sich der erfahrene Mannheimer Teamchef.

Dazu kommen Andreas Beck, Daniel Brands, Robin Kern und Tobias Kamke, die auch am letzten Wochenende dabei sein werden. Gerald Melzer wird ebenfalls in Mannheim sein - trotz Bänderriss. Marzenell: “Gerald ist heiß auf die Bundesliga. Das ist Wahnsinn. Er will unbedingt kommen und wenn es nur ist, um seine Teamkollegen anzufeuern.” Ob er spielen wird, hängt von seinem Befinden am Wochenende ab. Ob noch ein weiterer Spieler am Sonntag das Team verstärkt, bleibt offen. Das Ziel gegen Gladbach ist laut Marzenell mindestens ein Unentschieden: “Wenn wir einen Punkt holen, dann ist alles offen am letzten Spieltag. Ein Sieg wäre überragend.”

Vielleicht ist das Polster der Mannheimer ja am Sonntag schon weiter gewachsen, denn bereits am Samstag spielt Verfolger Krefeld in Düsseldorf. “Krefeld wird die Saison sehr stark zu Ende spielen und jede noch so kleine Chance wahren wollen. Aber Düsseldorf ist immer wieder für Überraschungen gut”, erklärt Marzenell. Den Live-Ticker haben die Jungs von Grün-Weiss Mannheim am Samstag sicher an, auch wenn sie natürlich alles in der eigenen Hand haben. Marzenell: “Wir brauchen nicht mehr auf die anderen schauen. Wir müssen selber die Punkte holen. Auch wenn das natürlich einfacher klingt, als es am Ende ist.” Ein großer Vorteil: Zwei der letzten drei Spiele finden auf eigener Anlage statt. Marzenell: “Wir hoffen auf viele Zuschauer und lautstarke Unterstützung. Sie können uns zum Titel pushen, darauf zählen wir!”

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Bild: HYP Yerlikaya Photography