Weltklasse im Club

M wie Mannheim, Marterer, Match-Tie-Break

Autor: Tobias Becker

Nach dem gelungen Auftakt in Neuss, konnte der TK Grün-Weiss Mannheim sich auch im ersten Heimspiel behaupten. Gegen den ersten Tabellenführerer der Saison 2018, den Allpresan Rochusclub Düsseldorf, setzte sich Grün-Weiss letztendlich mit 5:1 durch.

Die Zuschauer am Neckarplatt sahen gleich zum Auftakt ein Wahnsinnsspiel: Maximilian Marterer gab sein Heimdebüt für Mannheim und musste gegen Düsseldorfs Pedro Sousa ran. Dass dieses Spiel kein Selbstläufer werden sollte, war klar. Dass es so anfängt nicht. Der Portugiese spielte in einen fehlerlosen ersten Durchgang und gewann diesen 6:0. Marterer: “Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich so schlecht spiele. Er wusste aber immer eine Antwort auf das, was ich gemacht habe. Das hat er unglaublich gemacht bis Mitte des zweiten Satzes.” Als die Überraschung schon in der Luft lag und Marterer erneut gebreakt wurde, kam die Wende.

Maxi Marterer kam zurück, wehrte im Tie-Break gleich zwei Matchbälle ab und entschied den Match-Tie-Break für sich. Marzenell: “Es hat mich nicht überrascht, dass er sich zurück fightet, aber die Art und Weise wie er zurückgekommen ist, hat mich beeindruckt!” Ähnlich ging es wohl den Zuschauern und darüber wird sich auch Marterer freuen: ““Etwas nervös, neue Situation. Da sind viele Menschen und ich hatte das Gefühl, dass ich verpflichtet bin gut zu spielen. Ich denke, ich habe mich unglaublich rein gekämpft.” Nicht nur am Center Court, sondern auch auf den anderen Plätzen fanden enge Matches statt. Radu Albot verlor gegen Doppel-Experte Matwe Middelkoop zwar den ersten Durchgang, ebenso wie Davis Cup-Spieler Peter Gojowczyk gegen Evgeny Donskoy. Aber: Beide Mannheimer schafften es in den Match-Tie-Break und konnten sich dort durchsetzen.

Eine klare Angelegenheit waren an diesem Tag lediglich das Einzel des Mannheimer Argentiniers Federico Delbonis und des Düsseldorfer Doppels Middelkoop/Arends. Auch wenn das Spiel schon nach den Einzeln entschieden war (4:0 für Mannheim), waren die Doppel keine Spaßveranstaltung. Es ging um das Spiel- und Satzverhältnis. Nach dem Sieg von Middelkoop/Arends gegen Delbonis/Lopez war die Frage also: 4:2 oder 5:1 für Mannheim? Marterer/Albot gegen Donskoy/Polmans sollten die Frage beantworten - und wie könnte es anders sein: Im Match-Tie-Break. Aber: An diesem zweiten Spieltag war Mannheim darin nicht zu schlagen.

Endergebnis also: 5:1 für Grün-Weiss Mannheim, die dadurch die Tabellenführung zumindest für ein paar Stunden übernehmen konnten. Für Grün-Weiss geht es am Sonntag zu Hause gegen den amtierenden Meister Gerry Weber Team Blau-Weiß Halle weiter. Der Allpresan Rochusclub Düsseldorf empfängt in der Heimat das Team des TK Kurhaus Lambertz Aachen.

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Foto: Tobias Becker