Weltklasse im Club

Krefelds Nummer 1 schafft Tennis-Wunder

Autor: Jörg Zellen

Der für den HTC Blau-Weiß Krefeld in der Bundesliga spielende Italiener Marco Cecchinato steht sensationell im Halbfinale der French Open.

Die Freudentränen im Klubhaus des HTC Blau-Weiß Krefeld flossen am Dienstagabend in Strömen. Sie alle fieberten mit ihrer neuen Nummer eins der Bundesliga, dem Italiener Marco Cecchinato.

 

Schon der Einzug ins Viertelfinale war eine Sensation, gewann der 25-Jährige aus Palermo in Paris doch seine ersten vier Matches überhaupt bei einem Grand Slam-Turnier. Und dann traf er gestern in der Runde der besten Acht auf den ehemaligen Weltranglistenersten Novak Djokovic, der in seiner beeindruckenden Karriere bereits zwölf Grand Slams gewann und über 110 Millionen Euro kassierte.

 

Doch davon ließ sich Cecchinato nicht beeindrucken. Vor der Partie sagte er im exklusiven Gespräch mit dem Stadt Spiegel: "Ich will und kann auch Novak schlagen." Auf dem Platz ließ er seinen Worten Taten folgen. Den ersten Satz sicherte er sich souverän mit 6:3.

 

Im zweiten Durchgang lag er zwischenzeitlich mit 2:0 in Front, wehrte später drei Satzbälle ab und rettete sich in den Tie-Break, den er mit 7:4 für sich entschied. Das Publikum auf dem Court Suzan Lenglen staunte Bauklötze. Im dritten Satz dann der Durchhänger. Während dem "Joker" kaum noch unnötige Fehler unterliefen, verlor Krefelds neue Nummer eins alle seine Aufschlagsspiele - 6:1 für Djokovic. 


Im vierten Durchgang bekam der Favorit zunehmend Oberwasser, auch, weil Cecchinato keinen Zugriff mehr aufs Spiel bekam. Nahezu chancenlos lag er mit 2:5 hinten, ehe seine furiose Aufholjagd begann. Abermals musste der Tie-Break entscheiden. Und hier packte der HTC-Spieler alles aus, behielt die Nerven und gewann schließlich sensationell mit 13:11. "Ich kann es nicht fassen, ist das wirkich passiert?", fragte er sichtlich mitgenommen im TV-Interview. Im Halbfinale wartet nun Österreichs Nummer eins Dominic Thiem. 

Und so ganz nebenbei hat er bis jetzt bereits ein Preisgeld von 560 000 Euro eingespielt.