Weltklasse im Club

Highlight Wochenende für RW Köln

Autor: Max Hierl

Der vierte Spieltag, der erste Sieg. Es ist ein immens wichtiger Sieg, man könnte von einer Vier-Punkte-Partie sprechen. Leider nicht im Rennen um die Meisterschaft, so wie es bei den Begegnungen von Bayern und Dortmund in der Fußball-Bundesliga oft der Fall ist. Für Blau-Weiss Aachen und Rot-Weiss Köln bestimmt nicht weniger wichtig, es geht nämlich für beide Vereine um das Ticket für die Bundesliga 2020. Umso größer war die Anspannung vorher, beide Teams bemühten sich um Top-Besetzungen, um den ersten Sieg der Saison feiern zu dürfen. Für Rot-Weiss eine derzeit nicht so leichte Aufgabe, Leistungsträger und Stammspieler wie Dustin Brown und Oscar Otte sind verletzungsbedingt nicht einsatzfähig. Sehr schön zu sehen, dass Sie trotzdem die Reise nach Aachen antraten um Ihr Team zumindest von außen so gut wie möglich zu unterstützen. Hier scheint der Teamgeist zu stimmen.  

 

So groß die Anspannung in beiden Lagern vor dem Spiel auch war, die Matches des Tages verliefen relativ klar. Santiago Giraldo, Gregoire Barrere und Adam Pavlasek konnten sich in zwei Sätzen behaupten, so standen schon drei Punkte auf dem Kölner Konto. Lediglich Spitzenspieler Benoit Paire, französische Lichtgestalt und Launendiva, musste sich gegen ein überragend aufspielenden Tallon Griekspoor geschlagen geben. So läuft das in der Bundesliga, deswegen ist sie so attraktiv und spannend. Der junge Niederländer steht immerhin 163 Weltranglistenplätze hinter Paire, der vor wenigen Wochen noch in der Runde der letzten 16 von Wimbledon spielte. Hier ein kleiner Eindruck des Franzosen während seines Matches auf dem Center-Court von Blau-Weiss Aachen.

 

Auch die Doppel boten eine vielversprechende Aufstellung. Auf Kölner Seiten kamen verstärkend zwei Spieler für die Doppel hinzu, zum einen French Open Held Andreas Mies, zum anderen Wesley Koolhof, welcher im Übrigen vor wenigen Wochen ebenfalls im Viertelfinale des Wimbledonturniers stand. Namentlich sollte das doch für einen Punkt reichen, oder? Es reichte für einen, aber auch nur für einen, da die Aachener ebenfalls zwei starke Doppel ins Rennen schickten. Erneut spielte Tallon Griekspoor enorm stark an der Seite seines erfahrenen Partners Thiemo de Bakker auf und schlugen das Kölner Duo Barrere/Koolhof in zwei Sätzen. Adam Pavlasek und Andy Mies hingegen bewiesen Nervenstärke und Souveränität, besiegten Niels Desein und Germaine Giguonon mit 6:3 und 6:3. In diesem Doppel zeigte nicht nur Andy Mies warum er sich Grand-Slam Sieger nennen darf, der Tscheche Pavlasek zeigte sich gewohnt souverän und eiskalt, spielte herausragendes Tennis. 

 

So stehen sie nun, die drei Punkte auf dem Kölner Tabellenkonto. Ein respektables Ergebnis nach vier Spielen, aus dem Tabellenkeller weg, hinein ins Mittelfeld, auf dem Weg nach weiter oben? Sollte sich das Verletztenlager in den nächsten Wochen lichten, ist ein Platz in den Top 5 sicher nicht auszuschließen. 

Am nächsten Samstag folgt das rheinische Derby in Mönchengladbach. In den vergangenen Jahren waren diese Begegnungen gespickt von Weltklasse-Matches, letztes Jahr trafen zum Beispiel Philipp Kohlschreiber und Benoit Paire aufeinander.

Man kann es niemals versprechen, aber beide Spieler sind beim Turnier in Hamburg bereits ausgeschieden, so könnten sie am Wochenende also in der Bundesliga spielen. Gerade an einem Samstag sollte ein unglaublicher Spieltag mit großartiger Atmosphäre auf der schönen Anlage in Mönchengladbach vorprogrammiert sein.

Den Kölschen Jungs wird keine Pause gegönnt, am Sonntag geht es auf heimischem Grund gegen den nächsten Titelaspiranten GW Mannheim weiter, es ist herrliches Wetter vorausgesagt. Beim letzten Heimspiel waren fast 4000 Zuschauer anwesend, ob das noch zu toppen ist, bleibt abzuwarten. Wer im rheinischen Kreis an diesem Wochenende noch nichts vor hat, sollte dringlich bei den Top-Begegnungen des Kölner Teams in diesem Jahre vorbeischauen, bessere Voraussetzungen als dieses Wochenende wird es kaum noch einmal geben.