Weltklasse im Club

Haller Formation mit Struff, Pütz & Co. in meisterlicher Verfassung

Autor: Frank Hofen

Zweifelsohne hatte der gastgebende Teamchef Thorsten Liebich vor der Partie zwischen dem GERRY WEBER-Team BW Halle und dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss so seine personellen Probleme. Denn an diesem sonntäglichen 4. Spieltag stand ihm sein eingeplantes Spitzenpersonal auf Grund von Turnierverpflichtungen nicht zur Verfügung. Doch dieser Umstand machte sich vor der Saisonrekordkulisse von 2.900 Zuschauern nicht bemerkbar.

„Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte ein äußerst zufriedener Liebich nach den vier Einzeln, „denn auch von den Weltranglistenplätzen her waren wir schlechter.“ In der Tat präsentierten sich die vier nominierten Haller Einzelspieler Jan-Lennard Struff (ATP 53), Tim Pütz (ATP 299), Jeremy Jahn (ATP 351) und der nach einjährigen Verletzungspause erstmals wieder aufgebotene 24-jährige Russe Aslan Karatsev (ATP 517) vom ersten Ballwechsel an in glänzender Spiellause. Sie gewannen jeweils ihre Matches, so dass nach dem 4:0-Zwischenresultat am Ende ein glatter und mit zwei weiteren Doppelerfolgen von Pütz/Jahn und Struff/Karatsev sogar ein 6:0-Gesamtsieg für den Deutsche Mannschaftsmeister dabei heraus kam.

In der ersten Einzelrunde trafen Jeremy Jahn und Dustin Brown sowie Aslan Karatsev und Jan Choinski aufeinander und spielerisch war es durchweg eine Angelegenheit zu Gunsten der Ostwestfalen. An Position vier hatte der aus Moskau stammende Karatsev keine Probleme mit seinem Gegenüber Jan Choinski (ATP 271). Sein 6:4, 6:4-Erfolg bedeutete die Führung. Parallel dazu trat Jeremy Jahn gegen Dustin Brown (ATP 177) an und diese Partie zog den Großteil der Zuschauer auf sich. Ein jeder wollte nämlich das >Entertaining<-Tennis des Deutsch-Jamaikaners sehen. Es war auch eine sehenswerte Begegnung, was aber wiederum nicht an Brown, sondern an der 28-Jährigen Haller Nummer drei lag. Starker Service, schnelle Schläge von der Grundlinie aus und pfeilschnell auf den Beinen, das war genau Jahns Spielweise, die seinem Kontrahenten nicht gefiel. Mit einem 6:3, 3:6, 10:4-Sieg buchte er den zweiten Punkt. „Ich habe mich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen und bin sehr dankbar für die Unterstützung der Zuschauer. Vor einer solchen Kulisse habe ich in der Bundesliga noch nie gespielt.“, so der strahlende Sieger.

Mit diesem Resultat im Rücken konnte der fünffache Deutsche Meister entsprechend beruhigt in die zweite Einzelrunde gehen. „Ich glaube, dass Benoit gegen Struff im Vorteil ist“, so Kölns Teamchef Ralph Grambow, doch aus der vagen Hoffnung auf einen Sieg des ehemaligen französischen Weltranglisten-18. Paire wurde nichts, was wiederum an dem deutschen Davis-Cup-Spieler lag. „Es ist schwer gegen ihn ins Spiel zu kommen“, sagte Struff nach seinem dann doch recht deutlichen 6:3, 6:4-Erfolg, „denn er spielt so unorthodox, so dass man nie weiß, was kommt. Ich habe mich aber nur auf mein Spiel konzentriert und das war letztlich richtig.“ Fast zeitgleich ging auch das Duell von Pütz gegen Oscar Otte an Position zwei zu Ende und über den Ausgang dieser Auseinandersetzung gab es keinen Zweifel: Der 6:0, 7:5-Sieg bedeutete zugleich für das GERRY WEBER-Team BW-Halle den zweiten Heimerfolg

Bildzeile: Vor großer Kulisse von 2.900 Zuschauern entzauberte Jeremy Jahn vom Deutschen Mannschaftsmeister GERRY WEBER-Team BW Halle den Kölner Dustin Brown. © Kurt Vahlkamp (Blau-Weiss Halle)

 

Aslan Karatsev

Gelungenes Saisondebüt: Der aus Moskau stammende Aslan Karatsev bestritt seinen ersten Saisoneinsatz und erspielte sich gegen Jan Choinski einen nie gefährdeten Zweisatz-Sieg. Foto: Blau-Weiss Halle (Olaf Sorge)

Jan-Lennard Struff

Jan-Lennard Struff hatte es in der Spitzenbegegung mit der ehemaligen Nummer 18, Benoit Paire (Frankreich), zu tun und meisterte diese Hürde mit 6:3 und 6:4. Foto: Blau-Weiss Halle (Olaf Sorge)