Weltklasse im Club

GERRY WEBER-Team BW Halle holt 1:3-Rückstand auf

Autor: Frank Hofen

Das war schon allerbestes Tennis, was an diesem 3. Spieltag der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren auf der Anlage am Neckarplatt geboten wurde. Vor für Kurpfälzer Verhältnisse "nur" rund 2.200 Zuschauern, das WM-Finale und die hochsommerlichen Temperaturen haben sicherlich einiges an Publikum gekostet, hatte der ungeschlagene Spitzenreiter Grün-Weiss Mannheim den Deutschen Meister GERRY WEBER-Team BW Halle zu Gast.

Die Ostwestfalen waren nahezu in Bestbesetzung angetreten und die Hausherren hatten sozusagen die Qual der Wahl für ihre Formation. „Auf Grund der Breite und der personellen Besetzungen sind die für mich mit Gladbach die ambitioniertesten Teams auf den Titel“, so Halles Teamchef Thorsten Liebich, der mit einem 3:3 - nach einem 1:3 Rückstand aus den Einzeln – in den beiden Doppeln den Gastgebern noch ein durchaus gerechtfertigtes Unentschieden abtrotzen konnte.

Das einzige Haller Einzel gewann Thiemo de Bakker gegen Andreas Beck, ansonsten unterlag Robin Haase gegen Peter Gojowczyk ebenso im Champions-Tiebreak wie Nikoloz Basilashvili gegen Radu Albot. Maximilian Marterer war an diesem Tag einfach besser und gewann gegen Jan-Lennard Struff mit 6:3, 6:3. Ein Blick auf die Doppelpaarungen zeigt aber auch, dass da schon eine Menge sportliche Qualität auf der roten Asche stand. Thorsten Liebich nominierte seine beiden Davis-Cup-Paare, das niederländische Duo Robin Haase/Thiemo de Bakker und die beiden ungeschlagenen Deutschen Jan-Lennard Struff/Tim Pütz für die Duelle. Für Mannheim kam Gerald Melzer mit dem Olympiasieger Marc Lopez. Peter Gojowczyk hatte Radu Albot an seiner Seite. So ausgeglichen wie in den Einzeln gingen auch diese beiden Auseinandersetzungen zu. Es war packend zugleich und für Tennisfans sicherlich so sehenswert wie für die Fußballer die WM in Russland.

Alle Male war es auch spannend; doch die Ostwestfalen haben Gespanne, um die sie zu beneiden sind. Zunächst waren es mal wieder >Tim & Struffi<, die in ihren drei Davis Cup-Einsätzen für Deutschland ebenso ungeschlagen sind wie weiterhin in der Bundesliga. Eine 8:0-Bilanz aus der letztjährigen Meistersaison und, nach dem Sieg am Freitag gegen Reutlingen, nun ein weiteres Meisterstück gegen Gojowczyk/Albot mit 7:5, 7:5. Das heißt, eine makellose 10:0-Weste. Und da wollten ihnen die Niederländer in nichts nachstehen und sorgten mit ihrem 7:6(5), 6:4 Sieg über das hochgelobte Paar Melzer/Lopez für den ausgleichenden dritten Punkt. Und für eine zufriedene Heimfahrt nach Ostwestfalen.

 

Bildzeile: Der Niederländer Thiemo de Bakker sorgte beim Deutschen Meister GERRY WEBER-Team BW Halle für den einzigen Sieg aus den vier Einzeln. © Olaf Sorge (Blau-Weiss Halle)