Weltklasse im Club

Die Gewinner sollen die Zuschauer sein

Autor: Astrid Wagner

Weinheim/Mannheim. Drei Monate nur noch, dann startet die Erste Tennis Bundesliga in ihre Saison. Mit dabei ist seit dem Vorjahr auch der fläsh TC Weinheim 1902. Der Spielerkader steht, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Neun Begegnungen sind es in diesem Sommer, sowohl für die Weinheimer als auch für das Team vom benachbarten TK GW Mannheim. Beide Mannschaften freuen sich über fünf Heimspieltage, im Gegensatz zu 2017 werden diesmal nur zwei davon parallel ausgetragen.

In der Metropolregion freuen sich die Tennisfans insbesondere auf ein Datum, den 22. Juli. An jenem Sonntag steigt ab 11 Uhr die Neuauflage des Derbys zwischen dem TC Weinheim 1902 und Grün-Weiß Mannheim. Fast 4000 Zuschauer sahen im vergangenen Jahr die Partie und wurden Zeugen, wie der vermeintliche Underdog aus Weinheim bei den Grün-Weißen überraschend ein Remis holte.

Bei aller Konkurrenz auf dem Platz, zieht man sonst bei beiden Vereinen gemeinsam an einem Strang: Man möchte den Zuschauern aus der Region Weltklasse-Tennis zum Anfassen bieten. Die Heimspieltage sollen Werbung für den Tennissport sein. Die eigentlichen Gewinner sollen die Tennisfans sein. Noch ist nicht ganz klar, ob Dominic Thiem für die Quadratestädter spielt, ob Neuzugang Thomas Fabbiano bei den Weinheimern zum Zuge kommt und der wieder in die Top 90 der Weltrangliste zurückgekehrte John Millman. Natürlich hoffen alle Weinheimer, dass auch der Karlsruher Yannick Hanfmann gegen Mannheim zum Schläger greifen wird. Mit Coach Daniel „Else“ Elsner hat in Weinheim in dieser Saison einer das Sagen, der schon für beide Clubs gespielt hat.

Eigentlich hätte der TC 02 in diesem Jahr das Heimspiel gegen den Traditionsclub aus Mannheim ausgerichtet. Nach reiflicher Überlegung haben beide Mannschaften jedoch entschieden, die Partie am Mannheimer Neckarplatt auszutragen. „Es war eine Entscheidung im Sinne der Zuschauer“, erklärt TC-02-Teamchef Jürgen Kadel die Entscheidung. Denn bei Grün-Weiß können deutlich mehr Fans die Begegnung verfolgen als in Weinheim. Über 4000 Zuschauer finden auf der dortigen Anlage Platz, auch die Parksituation ist dort entspannter. In Weinheim könnte man aus Sicherheitsgründen nur 1000 Fans einlassen. Und dann? 2- bis 3000 enttäuschte Fans nach Hause schicken? „Das möchte keiner. Da verzichten wir lieber auf unseren vermeintlichen Heimvorteil“, so Kadel.

„Beide Teams arbeiten eng zusammen, was Organisation und Ausrichtung des Events anbelangt“, unterstreicht Gerald Marzenell, der Teamchef der Mannheimer. Weinheims Sponsoren und auch die Ballkinder werden ihren Auftritt in der Quadratstadt haben – ergänzt durch die der Mannheimer. Auch finanziell hat es eine Einigung gegeben. Man verspricht sich eine „Win-win-Situation“ für alle.

Selbstverständlich haben auch die Spieler ihr Einverständnis gegeben. Frank Wintermantel, Mannschaftsführer der Weinheimer freut sich auf den 22. Juli: „Wir fiebern dieser besonderen Begegnung bereits jetzt entgegen. Wir haben uns das Für und Wider genau durch den Kopf gehen lassen. Wir wollen möglichst vielen Tennisfans der Region die Chance bieten, live dabei zu sein. 

Von daher gab es keine andere Entscheidung.“ Über den Vorverkauf werden beide Vereine rechtzeitig im Vorfeld informieren.

Astrid Wagner
 

Fotograf: Hyp Yerlikaya