Weltklasse im Club

Badwerk Gladbacher HTC Freitag erste Herausforderung für das Team Hämmerling TuS Sennelager

Autor: Frank Hofen

Erst diese Zahlen verdeutlichen, wie lange die 1. Tennis-Point Bundesliga Herren pausiert hat: 692 Tage. Am 11. August 2019 beendete das Team Hämmerling TuS Sennelager mit der Begegnung in der Domstadt beim Kölner THC Stadion Rot-Weiss die damalige Saison, und am kommenden Freitag, 09. Juli 2021, startet nach rund 101 Wochen die nationale höchste Spielklasse wieder im deutschen Mannschaftssport.

Team Hämmerling TuS Sennelager trägt Heimspiele beim Hövelhofer HTC aus.

Paderborn-Sennelager. Während Teammanager Ralf Hämmerling Sponsorenakquise betreibt, musste der 320 Mitglieder starke Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC) seine Anlage bundesligagerecht herrichten, denn in dieser Saison sind sie der Gastgeber der Heimspiele. „Natürlich sind unsere Plätze in Ordnung“, so Daniel Didier (1. HTC-Vorsitzender), „doch ein solcher Spielbetrieb hat ganz andere Anforderungen.“ Inzwischen hat die Anlage mit Tribünen und den blau-weißen HTC-Fahnen ein schmuckes Aussehen. „Wir nutzen die Bundesliga-Spiele, zum einen um Weltklassetennis zu präsentieren, und zum anderen, um uns als einen modernen Tennisclub in der Öffentlichkeit zu präsentieren“, sagt der HTC-Vorsitzende.

 

Auf einen entsprechenden Zuschauerzuspruch hofft Teamchef Marc Renner, der allerdings bedauert, dass die Zuschauerzahl aus 2019 nicht überboten werden kann. Während im ersten Jahr der Zugehörigkeit im Schnitt 1.100 Besucher die Heimspiele verfolgten, sind coronabedingt nur 500 Zuschauer zugelassen. „Wenn wir bei dieser Zahl dann jedes Mal ausverkauft sagen können, dann hört sich das doch sehr gut an“, meint Marc Renner. Was sportlich zum Liga-Auftakt sehr schwer sein wird, sind die beiden ersten Begegnungen am Freitag gegen Badwerk Gladbacher HTC und dann zwei Tage später am Sonntag beim fünffachen und aktuellen Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim. „Wir wollen den einen oder anderen sportlich ärgern“, so Renner, doch beide Teams haben Kader, die um den Titel spielen können.“

 

Zum Beispiel haben die Gladbacher, die 2016 schon einmal Deutscher Meister waren, an Nummer eins den 25-jährigen Christian Garin gemeldet, der aktuell die Nummer 20 der Tenniswelt ist. Und dahinter sind mit dem Spanier Albert Ramos-Vinolas (ATP 39) und dem Tschechen Jiri Vesely (ATP 72) zwei weitere Top-100-Profis gemeldet. Ob sie in Hövelhof dabei sein werden, ist offen. Badwerks-Teamchef Henrik Schmidt lässt sich nicht in die Karten schauen und hat auf Nachfrage keine Namen bekannt gegeben. Kein Geheimnis macht dagegen Marc Renner aus seinem Aufgebot. „Am Dienstag hatte ich lediglich zwei Spieler“, sagt Renner, der mittlerweile seinen Kader zusammen hat. Der Pole Kacper Zuk (ATP 168) ist die Nummer eins und es folgen die beiden Tschechen Zdenek Kolar (ATP 232) und Jonas Forejtek (ATP 314) Dahinter kommen die beiden französischen Neuzugänge Antonie Cornut-Chauvinc (ATP 495) und Daniel Cukierman (ATP 745). Des Weiteren sind Jan Zielinski (ATP-Doppel 159) und Daniel de Jonge (ATP 1152) dabei.

 

Für eine große Überraschung sorgte dagegen Hämmerlings Nummer eins, der 24-jährige Hubert Hurkacz (ATP 18), am gestrigen Mittwoch in Wimbledon. Im Viertelfinale triumphierte er über sein Kindheitsidol Roger Federer mit 6:3, 7:6(4), 6:0 und steht im Halbfinale. „Als ich den Platz verließ und mir bewusst war, dass ich gegen Roger gewonnen habe, merkte ich, es wurde ein Traum wahr“, so ein überglücklicher Sieger. Die Frage, tritt er in dieser Saison auch für das Team Hämmerling TuS Sennelager an, beurteilt Marc Renner eher skeptisch: Nach meinem Kenntnisstand fliegt er von London zurück nach Polen und bereitet sich dort auf Olympia vor. Ich werde ihn aber nochmals kontaktieren.“

 

Bildzeile: Mit Kacper Zuk als Nummer eins eröffnet am morgigen Freitag das Team Hämmerling TuS Sennelager beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss die Tennis-Bundesliga-Saison 2021. © ATP-Cup 2020