Weltklasse im Club

Aachen und Halle machen es spannend

Autor: Frank Hofen

„Das war das lauteste Tennisspiel, was ich je erlebt habe“, so Thorsten Liebich, Teamchef des GERRY WEBER-Teams BW Halle. Warum und wieso, dazu später mehr. Während acht Teams bereits am späten Sonntagnachmittag die Saison 2018 in der 1. Tennis-Point Bundesliga in den Clubhäusern allmählich ausklingen ließen, Grün-Weiss Mannheim längst bei seiner Meisterfete war, ging es bei der Auseinandersetzung zwischen Kurhaus Lambertz Aachen und dem GERRY WEBER-Team BW Halle bis in die frühen Abendstunden. Erst um 19.17 Uhr war diese ungemein spannende Partie vorbei und sie endete schließlich mit einem 3:3 (2:2) Unentschieden.

Unentschieden bringt Kurhaus den Klassenerhalt

Anschließend brach ein Jubelsturm und Freudentänze auf der Kurpark-Anlage aus, denn als das Aachener Duo Salvatore Caruso/Philipp Oswald aus einem 2:6 Rückstand im Champions-Tiebreak noch in einen 10:6-Sieg gegen Jeremy Jahn/Aslan Karatsev verwandelten, bedeutete dieser Punktgewinn zugleich der Klassenerhalt. Der verhinderte Abstieg war der Grund der überschwänglichen Freude und Liebich beschrieb das so: „Die Fans haben Randale gemacht wie beim Fußball.“

Der fünffache Deutsche Meister aus der historischen Kaiserstadt hatte sich ebenso wie der Aufsteiger TV Reutlingen ein 5:13 Punktverhältnis erspielt, ist aber auf Grund des besseren Matchverhältnisses auf Rang acht platziert. Neben Reutlingen muss auch der zweite Aufsteiger des vergangenen Jahres, Ewige Liebe BW Neuss, wieder absteigen. Für den ostwestfälischen Titelverteidiger endete dagegen die Saison mit der Vize-Meisterschaft hinter Mannheim und vor Allpresan Düsseldorf. Auch hier haben beide Teams ein 12:6 Punktekonto und das Matchverhältnis beließ das GERRY WEBER-Team nach dem neunten und letzten Spieltag auf dem 2. Tabellenplatz. „Die Spieler haben in Aachen Charakter beweisen“, so Thorsten Liebich, „denn Tim und Aslan waren gesundheitlich angeschlagen.“

Demzufolge wurde Tim Pütz im Einzel auch nicht eingesetzt und Aslan Karatsev ging mit Magen-/Darmproblemen in die Begegnung gegen Nils Langer. Er verlor dieses Duell in zwei Sätzen in der ersten Einzelrunde und auch Thiemo de Bakker unterlag Martin Cuevas im Champions-Tiebreak. Aus dem 0:2 wurde letztlich doch noch ein 2:2-Zwischenresultat, denn Jeremy Jahn fightete im Champions-Tiebreak Guillermo Olaso regelrecht nieder und der bestens aufgelegte Spanier Daniel Munoz-de la Nava sorgte mit seinem Zweisatzsieg gegen Salvatore Caruso für den Ausgleich nach den vier Einzeln. Zwischenzeitlich hatte man Medikamente aus der Apotheke besorgt und Tim Pütz soweit wieder hergerichtet, so dass er sich für das Doppel wieder spielfähig hielt. Er gewann auch das Duell mit Daniel Munoz-de la Nava an seiner Seite in zwei Sätzen gegen Cuevas/Olaso und erstmals führten die Gäste. Das Ende ist bekannt!

Bildzeile: Der 36jährige Madrilene Daniel Munoz-de la Nava führt das GERRY WEBER-Team als Nummer eins in die letzten beiden Spieltage und kam auf eine makellose 3:0-Bilanz aus zwei Einzel und einem Doppel. © (Olaf Sorge, Blau-Weiss Halle)
 


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Vizemeister der Saison 2018: GERRY WEBER-Team BW Halle

Mit (stehend von links) Aslan Karatsev, Thomas Dappers (Coach), Thiemo de Bakker, Tim Pütz, Jeremy Jahn sowie (kniend von links) Daniel Munoz-de la Nava, Kolja Herrmann (Physio) und Teamchef Thorsten Liebich hat das GERRY WEBER-Team BW Halle seine beiden letzten Begegnungen in der 1. Tennis-Point Bundesliga bestritten. © Kurt Vahlkamp (Blau-Weiss Halle)