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Tennis-Point Bundesliga
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TK Kurhaus Aachen TC BW Halle Rochusclub Düsseldorf ETUF Essen TC Amberg am Schanzl TK GW Mannheim HTC BW Krefeld TC BW Neuss Erfurter TC RW 1. FC Nürnberg
9.Spieltag - Lambertz Aachen - ETUF Essen
Einzel
Lambertz AachenETUF Essen1.Satz2.Satz3.SatzPunkteSätzeSpiele
Simon GreulAdrian Ungur6:16:4 1:02:012:5
Jiri VanekPetru-Alexandru Luncanu6:23:610:51:02:110:8
Dominik MeffertNicolas Reissig6:24:68:100:11:210:9
Jaroslav LevinskyRalph Regus6:26:4 1:02:012:6
Gesamt Einzel    3:17:344:28
 
Doppel
Lambertz AachenETUF Essen1.Satz2.Satz3.SatzPunkteSätzeSpiele
Simon Greul /
Jiri Vanek
Adrian Ungur /
Petru-Alexandru Luncanu
6:26:4 1:02:012:6
Dominik Meffert /
Jaroslav Levinsky
Nicolas Reissig /
Ralph Regus
6:16:2 1:02:012:3
Gesamt Doppel    2:04:024:9
Gesamtergebnis    5:111:368:37

 

Bericht aus Aachen

Meistertitel verteidigt
Das Lambertz-Team gewinnt das letzte Spiel der Saison mit 5:1.

Der Tennis-Klub Kurhaus hat seinen Meistertitel durch einen 5:1-Erfolg gegen ETUF Essen erfolgreich verteidigt. Im prall gefüllten Kurpark führte das Lambertz-Team nach den Einzeln bereits mit 3:1, in den abschließenden Doppelbegegnungen wurde der letzte und entscheidende Sieg perfekt gemacht. „Das war eine super Saison. Wir haben uns alle von Anfang an super verstanden. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, urteilte Aachens Meistertrainer Gideon Hilb rückblickend.

Schon vor dem ersten Ballwechsel schlenderte Karl-Dieter Fister mit einem guten Gefühl Richtung Center Court. „Ich bin mir sicher, dass wir es heute packen“, orakelte der erste Vorsitzende. „Das Wetter ist auf jeden Fall schon mal auf unserer Seite.“ Jiri Vanek und Jaroslav Levinsky griffen als erste zum Schläger, als sich auch die letzten Sonnenstrahlen über dem Kurpark eingefunden hatten. Vanek bekam es mit dem Rumänen Petru Alexandru Luncanu zu tun, sein Landsmann traf auf den deutschen Nachwuchsspieler Ralph Regus.

In der Anfangsphase marschierten die beiden tschechischen Kurhaus-Akteure im Gleichschritt: 2:0 hieß es nach den ersten beiden Aufschlagspielen. Levinsky trieb den Ball und seinen Gegner auch im weiteren Verlauf von der einen Seite des Platzes zur anderen und er spielte sich eine souveräne 5:1-Führung heraus. Das zwischenzeitliche Re-Break von Regus beantwortete er mit einem weiteren Break und am Ende hatte er den ersten Satz mit 6:2 für sich entschieden. Dasselbe Ergebnis stand auch auf dem Center Court auf der Anzeigetafel. Vanek hatte seinen rumänischen Widersacher mit starken Aufschlägen und peitschenartigen Vorhandschlägen immer wieder unter Druck gesetzt, nach zwei weiteren Breaks hatte auch er sich mit 6:2 durchgesetzt. Im zweiten Abschnitt stellte Luncanu sein Spiel jedoch um: Er riskierte mehr und zwang Vanek zu Fehlern. Zwar breakte der Tscheche den Essener direkt im ersten Spiel. Doch dieser ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und holte sich nicht nur das Re-Break, sondern auch noch zwei weitere Aufschlagspiele Vaneks. Da der zweite Durchgang mit 6:3 an Luncanu ging, musste der Champions Tie-Break die Entscheidung bringen.

Als der erste Ball über das Netz flog, entbrannte auf dem Nebenplatz stürmischer Jubel. Jaroslav Levinsky hatte auch den zweiten Satz für sich entschieden, diesmal allerdings „nur“ mit 6:4. Vorausgegangen war allerdings ein hartes Stück Arbeit: Nach einer 3:0-Führung geriet Levinsky immer mehr in die Defensive, Regus übernahm das Kommando und erzwang den Ausgleich. Doch der tschechische Doppelspezialist hielt mit Kampf dagegen und in der heißen Schlussphase behielt er einen kühlen Kopf: Beim Stand von 5:4 sicherte er sich drei Break- und Matchbälle – und nach dem zweiten Ballwechsel reckte der Tscheche die Siegerfaust in den blauen Aachener Himmel!

Noch spannender ging es auf der glühenden Asche des Center Courts zu: 2:2 stand es nach den ersten vier Ballwechseln des Champions Tie-Breaks. Der Satzverlust hatte Vanek jedoch nicht aus dem Konzept gebracht. Er fand immer wieder die richtige Balance aus Aggressivität und Ballgefühl und zog auf 5:2 davon. Mit einem wunderschönen Stopp erhöhte er wenig später auf 8:4. „Weiter so, Jiri“, riefen die Zuschauer dem Tschechen zu. Die Anfeuerungsrufe und das eigene starke Tennis gaben Vanek immer mehr Sicherheit und am Ende gewann er mit 10:5. „Ich habe im ersten Satz sehr gut serviert und hatte nie das Gefühl, dass ich das Re-Break kassieren könnte. Im zweiten Abschnitt ist Petru mehr Risiko eingegangen, er hat einfach alles getroffen. Trotzdem habe ich nie an mir gezweifelt und das ist im Champions Tie-Break belohnt wurden“, bilanzierte Vanek zufrieden.

Auch Gideon Hilb hatte an den ersten beiden Einzeln nichts auszusetzen. „Es läuft alles nach Plan. Noch zwei Spiele, dann kann endlich gefeiert werden“, freute sich Aachens Meistertrainer auf die letzten Partien der Saison. Und wirklich zittern ließen ihn seine beiden Akteure in der Anfangsphase nicht. Allen voran Simon Greul spielte die Essener Nummer 1 Adrian Unger im ersten Satz regelrecht an die Wand: Der Stuttgarter gewann nach einer starken Leistung mit 6:1. Ähnlich souverän gestaltete auch Dominik Meffert seinen ersten Abschnitt: Bei eigenem Aufschlagspiel ließ er nichts anbrennen, Nicolas Reissig drohte er in jedem Spiel mit mehreren Breakbällen. Zwei Mal nahm er ihm den Aufschlag ab, mit 6:2 ging der erste Abschnitt schließlich an den Kölner.

Ein unerklärlicher Bruch kam dann jedoch in das Spiel des Kurhaus-Urgesteins. Kleine Flüchtigkeitsfehler häuften sich, während Reissig nahezu jeden Ball traf. Meffert lag bereits mit zwei Breaks und 0:3 zurück – doch entschieden war noch nichts. Nach dem anschließenden Re-Break brachte er sein eigenes Aufschlagspiel durch – nur noch 2:3. Dem zweiten verlorenen Aufschlagspiel lief er jedoch bis zum Ende des zweiten Satzes hinterher. Reissig gewann am Ende mit 6:4 und auch hier musste der Champions Tie-Break herhalten.

So weit kam es auf dem Center Court nicht. Unger kam zwar etwas besser ins Spiel und konnte das Spiel bis zum Stand von 2:2 ausgeglichen gestalten. Das anschließende Break brach ihm aber das Genick, beim Stand von 5:3 gab er sogar noch ein weiteres Aufschlagspiel ab und Greul gewann mit 6:3. Der Jubel des Aachener Publikums fiel relativ kurz aus, denn alles schaute gespannt auf den Nebenplatz, wo Dominik Meffert den Champions Tie-Break bestritt. Und hier stellte der Kölner wieder einmal sein großes Kämpferherz unter Beweis: Den 3:5-Rückstand verwandelte er in ein 7:5. Doch auch Dr. Hermann Bühlbecker, der nervös am Platzgitter herumspielte, wusste, dass das noch nicht die Entscheidung war. Reissig drehte das Spiel erneut und zog auf 9:7 davon. „Come on, Dominik“, feuerten die Zuschauer den 2-Meter-Mann an. Und der verkürzte tatsächlich – nur noch 9:8 für Essen. Das Publikum klatschte sich die Finger wund, doch ein glücklicher Netzroller von Reissig entschied die Partie.

Die Entscheidung über den Spielausgang wurde vertakt – vor den Doppeln blieb dafür nun Zeit für Würstchen, Bier und gute Musik. Während der allgemeinen Stärkung wurde allerdings schon wild spekuliert. „Halle hat ein Spiel verloren. Das heißt, dass wir jetzt schon Meister sein müssten“, rechnete einer der Zuschauer vor. Die endgültige Gewissheit wollte sich das Lambertz-Team jedoch in einem der beiden Doppel holen. Das merkte man vor allem Simon Greul und Jiri Vanek an, die auf dem Center Court loslegten, wie die Feuerwehr: Durch drei schnelle Breaks zogen sie auf 5:0 davon. Ob Stopps, Volleys oder gefühlvolle Cross-Bälle – dem Aachener Doppel gelang zu diesem Zeitpunkt einfach alles.

Das sah auf dem Nebenplatz nicht anders aus. Mit 6:1 hatten sich Levinsky und Meffert den ersten Satz gesichert. Und auch im zweiten Durchgang stellten sie Weichen ebenfalls schon früh auf Sieg. Das schnelle Break zu Beginn bauten sie im weiteren Verlauf aus, am Ende hatten sie den zweiten Platz mit 6:2 für sich entschieden. Ohrenbetäubender Beifall kam von den Rängen und Teamchef Alexander Legsding und Trainer Gideon Hilb bekamen eine ordentliche Wasserdusche, als die Entscheidung gefallen war. Getrocknet waren beide noch nicht, als sie sich auf den Weg zum Nebenplatz begaben. Und auch hier hatte sich das Aachener Doppel Vanek/Greul nach einer wahren Break-Schlacht mit 6:4 durchgesetzt.

Die anschließende Siegerehrung gestaltete sich zum großen Triumphmarsch. „Ich bin begeistert, was ich hier erleben durfte. Der Tennis-Klub Kurhaus ist ein würdiger Meister und man hat gesehen, dass die Tennisbundesliga nicht an Faszination eingebüßt hat“, lobte Heinz Wagner, der Vize-Präsident des Deutschen Tennis-Bundes. Dem ersten Vorsitzenden fehlten zu Beginn noch die Worte, schließlich kam aber auch Karl-Dieter Fister zu dem Fazit, „dass es schon etwas ganz besonderes ist, zwei Mal in Folge Deutscher Mannschaftsmeister zu werden. Wir haben uns die ganze Saison über phantastisch präsentiert und können stolz auf diese Saison sein.“ Stolz war auch Dominik Meffert, der den Meisterpokal von Wagner in Empfang nahm. Im Anschluss bebte der Kurpark unter dem Applaus des Publikums erneut, denn eine Überraschung hielt der Tennis-Klub Kurhaus noch bereit – Freibier für alle. Und damit ließ es sich richtig gut feiern…

Lambertz Aachen 

 

Und jetzt sind wir wieder Meister

Nach der Saison ist vor der Saison - auch in der Tennis-Bundesliga. Allerdings wollte der TK Kurhaus Aachen am Samstag nichts von der Zukunft hören. Vielmehr widmete man sich ganz dem gerade eingefahrenen Erfolg.

Die Mannschaft hatte mit einem 5:1 gegen Etuf Essen seinen Titel als Deutscher Mannschaftsmeister eindrucksvoll verteidigt. Da gleichzeitig der einzige Rivale - BW Halle - in Amberg nur ein 3:3 schaffte, hätte auch schon ein Remis zum Erreichen des großen Zieles genügt.

«Unsere Stärke über die gesamte Spielzeit war die tolle Teamleistung», bilanzierte Trainer Gideon Hilb, dem die Freude ebenso anzusehen war wie eine gute Portion Rührung. «Noch am Freitag haben wir gemeinsam viel Spaß gehabt, was das Zusammengehörigkeitsgefühl zusätzlich verstärkte.»

Der erfahrene Coach verhehlte auch nicht, dass man etwas Glück gehabt habe. «Es ging mehrfach nicht ohne Experimente, vor allem, als es zum Saisonende aus Verletzungs-, aber auch anderen Gründen personell eng wurde», schaute er zurück, dann jedoch gleich nach vorne: «Und jetzt sind wir wieder Meister. Alles Weitere wird später geklärt.»
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Quelle: az-web.de, von Max Eckstein

 

Letzte Aktualisierung ( Montag, 17. August 2009 )
 
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